Montag, 31. August 2015

Die Parlamentswahlen im Oktober 2015 in Kanada

Im Oktober dieses Jahres haben die Kanadier die Möglichkeit bei den 42. Unterhauswahlen ihrem Land eine neue politische Ausrichtung zu geben. Innenpolitische und außenpolitische Veränderungen lassen einen Politikwechsel vermuten. Welche Entscheidungen die Bürger fällen werden, bleibt jedoch offen.

Kanada – der zweitgrößte Flächenstaat der Erde – ein Staat im Schatten der Vereinigten Staaten von Amerika, rückt im Oktober 2015 in das Licht der Öffentlichkeit und sowohl von innerhalb als auch von außerhalb wird die politische Entscheidung des kanadischen Volkes mit großem Interesse verfolgt. Mit seinen 3,5 Einwohnern pro km2 ist Kanada keineswegs mit der BRD (226,9 Einwohner pro km2) zu vergleichen und überzeugt somit vor allem mit seinen natürlichen Weiten.

Donnerstag, 30. Juli 2015

Brexit 2016, ein Interview mit Paul Brannen und Judith Kirton-Darling

Gibt es bald eine Europäische Union ohne Großbritannien? Frühestens 2016, jedoch spätestens für 2017 ist ein Referendum geplant, welches über den Verbleib der Briten in der EU entscheiden soll. Michel Boldt, Mitglied der Politikum-Redaktion, sprach am im Februar mit zwei englischen Europaabgeordneten über diese, und andere Herausforderungen.

Die Beziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ist seit eh und je keine einfache. Aktuelle Umfragen zeigen, dass ein Großteil der britischen Bevölkerung die Mitgliedschaft in der Europäischen Union als negativ wahrnimmt bzw. diese vollständig ablehnt. Schon vor der vergangenen Unterhauswahl am 07.05.2015 kündigte die Conservative Party für 2017 ein Referendum an, das über die Teilhabe und Teilnahme am Projekt Europa entscheiden soll. Wider Erwarten hat die Conservative Party die Wahl mit einer absoluten Mehrheit gewonnen und wird nun die nächsten fünf Jahre mit David Cameron ihrer Spitze von Westminster aus regieren, sodass das Referendum, und somit auch die Möglichkeit des Austritts Großbritanniens (zumindest Englands) in greifbare Nähe rückt.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Der neue EU-Ratspräsident – ein Zeichen für ein starkes Polen in Europa

Seit dem 1. Dezember 2014 ist Donald Tusk neuer EU-Ratspräsident. Er löste den Belgier Hermann von Rompuy ab, der das Amt seit 2009 innehatte. Die Wahl von Tusk ist ein starkes Zeichen: Mit dem Polen besetzt zum ersten Mal ein Osteuropäer das Amt des Ratspräsidenten.

Es ist eine Wahl, die die Polen stolz macht. So, wie sie einst stolz auf ihren polnischen Papst Johannes Paul II waren, so sind sie jetzt stolz auf Donald Tusk. Seine Berufung als Ratspräsident bringt Polen nicht nur mehr in die Mitte Europas, es ist auch ein Symbol für die Akzeptanz und die Entwicklung in unserem östlichen Nachbarland. Polen wird Verantwortung und Vertrauen geschenkt – etwas, auf das das Volk lange warten musste. 


Samstag, 20. Dezember 2014

Buchrezension: Instructions for british Servicemen in Germany 1944 / Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944

Was für deutsche Soldaten in der Bundeswehr heute zu Pflichtstunden in Vorbereitung auf einen bewaffneten Kampfeinsatz in den Verbänden der KFOR oder ISAF dient, war für die britischen Truppen auf ihrem Weg in den Kampf gegen Nazideutschland im Jahr 1944 schriftlich festgelegt worden. Von einer wissenschaftlichen Analyse der Deutschen ist man dabei jedoch weit entfernt.

Als der Verleger Helge Malchow zu Besuch bei einem seiner Autoren war, fiel ihm ein kleines bordeauxrotes Hardcover-Büchlein, in einem jedoch desolaten Zustand in die Hände. Es war die Originalausgabe des damaligen Leitfadens für britische Soldaten in Deutschland 1944, welcher die Soldaten des British Empires auf das bevorstehende Leben als Teil einer Besatzungsmacht in Mitteleuropa vorbereiten sollte.

Rezension: Kriegerin

Es gibt kaum einen Film, dessen Sexszenen so abstoßend erscheinen, wie jene in Kriegerin. Dennoch bietet die deutsche Darstellung des Neonazi-Milieus viel Nachdenkliches und Erschreckendes, aber auch Hoffnung.

Die Geschichte der jungen Nazibraut Marisa, deren Freund für einige Monate ins Gefängnis muss, deren Mutter nicht weiß, wie sie mit der politischen Einstellung der Tochter umgehen soll, die Beziehung zum Nazi-Opa, und das prekäre Leben als hasserfüllte Supermarktkassiererin wirken stereotyp. In vielen Kritiken wurde die Darstellung eines Klischees kritisiert. Doch die Verbindung von alternden Agitatoren, nazistischen Liedermachern und dem prügelnden Mob bekommt in Kriegerin einen Realismus, der Angst macht.

Rezension: House of Cards

Politik, Intrigen, Verstrickungen, Hass, Macht – Wie manche Menschen versuchen die Notaufnahme von „Emergency Room“ auf die Realität zu übertragen, so stelle ich mir die Politikwelt aus „House of Cards“ im wirklichen Leben vor.

„Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“  Wenn in einer TV-Serie Politik auf Journalismus trifft, sollte doch der Geschmack von jedem Politikumleser und jeder Leserin getroffen werden. Seit 2013 ist diese Wunschvorstellung in Form von „House of Cards“ Realität geworden.

Was wurde eigentlich aus…der Mafia?

Schießereien, Männer mit dicken Bäuchen, grauen Haaren, dicken Goldketten, Silberringen an ihren Fingern, Zigarren in der Hand: Das ist wohl das Bild, das die meisten der wohlbekannten Mafia zuordnen können. Doch vor Ort existiert „Cosa Nostra“ (ital. unsere Sache) nur am Rande. Ein Live-Bericht aus Catania.

Gerlandino Messina, Bernardo Provenzano, Salvatore Riina. Namen dreier Männer, die mehr als eng mit der Geschichte der italienischen und insbesondere der sizilianischen Mafia verknüpft sind. Fallen diese Namen auf einer Straße in der zweitgrößten Stadt Siziliens, Catania, kann niemand etwas damit anfangen. Und das, obwohl die Mafia ihre Ursprünge auf Sizilien findet. Doch was bleibt heutzutage?