Samstag, 20. Dezember 2014

Voll fair!

Die Universität Rostock trägt seit dem 20. September den Titel der Fairtrade-University und ist damit deutschlandweit erst die zweite Hochschule, der diese Auszeichnung zuteilwurde. Dabei geht es um mehr, als nur ein Zertifikat in den Händen halten zu können.

Es wird aufgrund der Semesterferien und dem abfallenden Hausarbeits- und Prüfungsstress einigen entgangen sein, dass die Stadt Rostock, die 2013 selbst Hauptstadt des fairen Handels geworden ist, nun auch an ihrer Universität den fairen Gedanken ganz offiziell verfolgt. Generell kann jede Hochschule in Deutschland seit einem halben Jahr Fairtrade-University werden. Doch die Auszeichnung wird nicht ohne Weiteres vergeben. Es gilt, fünf Kriterien zu erfüllen, die von der Kampagne „Fairtrade-Towns“ aufgestellt wurden. Am Anfang steht ein Hochschulbeschluss, in dem die führenden Gremien der Studierendenschaft und der Verwaltung der Hochschule sich verpflichten, alle Kriterien der Kampagne zu erfüllen und den fairen Gedanken als festen Bestandteil in die Hochschulpolitik zu verankern.
In Rostock haben der AStA, der StuRa und das Rektorat das einstimmig beschlossen. Mit einer Steuerungsgruppe als zweites Kriterium sollen VertreterInnen der Studierendenschaft, der Hochschulverwaltung und der gastronomischen Einrichtungen und Geschäfte einer Universität die Koordination des Projekts gewährleisten. Um auch ganz praktisch den fairen Gedanken zu verbreiten, müssen laut dem dritten Kriterium Fairtrade-Produkte bei offiziellen Veranstaltungen sowie Sitzungen der führenden Gremien einer Hochschule angeboten werden. Unsere Universität muss sich vor allem beim vierten Kriterium nicht verstecken: die geforderten zwei Produkte aus fairem Handel in mindestens 50 Prozent aller gastronomischen Einrichtungen toppt sie mit mindestens 10 fairen Produkten in allen unseren Mensen. Wer sich also das nächste Mal zum Mittagessen dorthin begibt, sollte das Angebot einmal näher betrachten und natürlich auskosten. Das Bedürfnis nach Schokolade und auch der Durst lassen sich fair gleich noch besser stillen. Und wer hier noch nicht von den Vorzügen einer solchen Initiative für Studierende überzeugt ist, kann sich gerne auf abwechslungsreichen Veranstaltungen, die im Rahmen des fünften Kriteriums mindestens einmal im Quartal zum Thema Fairtrade stattfinden müssen, überzeugen lassen.

Ohne Engagement geht es nicht!

Natürlich haben wir diese Auszeichnung vor allem engagierten Menschen an unserer Universität zu verdanken. Die AStA-Referentin für Nachhaltigkeit und Infrastruktur, Linda Marx, gehört genau zu dieser Gruppe. Sie hat nach einem Anstoß durch Sara Kokemüller, der Fairtrade-Koordinatorin unserer Stadt, den Weg zur Auszeichnung geebnet und sich vorrangig um die Erfüllung der fünf Kriterien gekümmert. Für sie ist die Zertifizierung an sich nur ein schöner Nebeneffekt. Es gehe vielmehr darum, sich kritisch mit dem Gedanken unseres Konsums und der Bedeutung des Begriffes vom fairen Handel auseinanderzusetzen. Unterstützt wurde sie auch von Bauke von Rechenberg, der sich in Rostock als Projektkoordinator der Fairtrade-Stadt Rostock ebenfalls schon länger mit der Problematik unseres Konsumverhaltens auseinandergesetzt hat und nun im Rahmen einer AStA-Projektstelle auch an der Universität mitwirken kann.

Faire Uni - es geht nicht nur um Kaffee


Der faire Gedanke hört nicht bei Lebensmitteln auf. Linda Marx wünscht sich in Zukunft auch ein Umdenken, wenn es um IT-Produkte geht. Von der fairen Computermaus bis zum Fairphone gibt es viele hoffnungsvolle und unterstützenswerte Entwicklungen in dieser Richtung. Auch die Uni könnte bei der nächsten Bestellung auf solche Produkte zurückgreifen. Am 24. November präsentierte sich unsere Fairtrade-University auf dem Zukunftsforum in Berlin, um auch anderen Menschen das junge Konzept zu präsentieren. Wer die vielfältigen Möglichkeiten von fairem Handeln mitgestalten möchte und das Projekt hier weiter entwickeln möchte, kann sich gerne an Linda Marx wenden und auch Mitglied der Steuerungsgruppe werden. Es gibt viel zu tun! Unter anderem ist eine faire Partyreihe in Planung. Neben Filmen und Bands, die zu dem Projekt passen, soll es dann auch eine Neuerung im Cocktailglas geben: fairen Rum.

Text_Bithja Menzel